Samstag, 13. September 2008

Nach 5 Wochen hat sich's "ausgebagelt"

GaGa, 16 Feb 2006 21:51

Hallo ihr alle!

Mensch, wie doch die Zeit vergeht...
Bei so'nem Satz komm ich mir zwar spontan um'n halbes Jahrhundert gealtert vor, aber wo manche Leute Recht haben, haben sie einfach recht. Inzwischen ist unsere Zeit hier in Wellington auf ueber sechs Wochen angewachsen, obwohl's mir ehrlich gesagt gar nicht soooo lang vorkommt. Naja, jedenfalls wird's zum Ende des Reiseabschnitts "Wellington" nun Zeit Bilanz zu ziehen. Wie so ziemlich alles ist auch dieses Abenteuer mit Hoehen und Tiefen versehen.
Um den Schrecken, den ich dem ein oder andren bei der Erwaehnung von "Tiefen" ins Gesicht gezaubert habe, zu nehmen, werd ich mal mit dem etwas weniger positiven und ganz nebenbei auch aktuellsten Punkt anfangen. Nach guten 5 Monaten stand fuer uns als Autobesitzer die erste schwierige Pruefung an. Was man in Deutschland TUEV nennt, schimpft sich hierzulande WOF (Warrant of Fitness). Wie jeder andre Neuseelaender mussten auch wir bzw. Delilah sich dieser Herausforderung stellen. Man hatte uns eigentlich immer gesagt, es wuerde keinerlei Problem darstellen, diese WOF zu bekommen. Ok, zugegeben im Nebensatz wurde auch meistens erwaehnt, dass man das ganze am besten in ner Hinterhofwerkstatt in nem Kaff im Nirgendwo machen laesst, denn da guckt der Mechaniker wohl nicht ganz so auf's Detail. Da wir aber nunmal hier in Wellington residierten, blieb uns nix andres uebrig als unser Schmuckstueck hier zur Untersuchung zu geben. Da hier Werkstaetten wie Pilze aus dem Boden zu schiessen scheinen und der Konkurrenzkampf damit entsprechend ausgepreagt ist, sind die Mechaniker umso motivierter und detailversessener. Zu unsrem Leidwesen, wie sich herausstellen sollte. Lange Rede, kurzer Sinn: ne neue Warrant wurde uns verwehrt. Es sei denn wir beseitigen ein paar kleine Maengel. Ja, und damit sind wir nun auch schon paar Tage beschaeftigt. Mussten uns aufgrund 'nes Sprungs in der Scheibe, der ungefaehr 3mm laenger war als das erlaubte Limit, ne neue Windschutzscheibe zulegen und grad eben ist Delilah zur Verjungungskur, das heisst zur Rostbeseitigung. Was den Rost anbeglangt, ist der in nem Umfang, den wahrscheinlich 99% aller oben genannten Landei-Mechaniker als normal, nicht weiter relevant, vertretbar eingestuft haetten... nicht aber der hiessige Autoschrauber. Von aussen betrachtet ist auch ueberhaupt nix zu sehen, aber der Gute hat sich unsre Delilah mehr als genau zur Brust genommen. Naja, jedenfalls werden wir erst morgen das Kapitel "Delilah & WOF" abschliessen koennen, was unsren Zeitplan fuer unsre weiteren Vorhaben natuerlich vollkommen aus den Angeln gehoben hat. Wollten ja eigentlich noch ne Runde noerdlicher duesen, um nochma was von der Natur zu sehen. Da wir Delilah erst im Laufe des morgigen Nachmittags wiederbekommen werden, verkuerzt sich die Zei, die uns noch verbleibt immens. Wir werden dann mal'n konspiratives Treffen abhalten und sehn, was sich noch unternehmen laesst. Kann mir vorstellen, dass der ein oder andre jetzt schon im Kopf fleissige Hochrechnungen angestellt hat, was den Kostenfaktor unsres kleinen Autointermezzos anbelangt. Was das betrifft, haben Sanni und ich alles im Griff und dank der ein oder andren Kontaktadresse ueber fuenf Ecken, haben wir unsre Korrekturen zur den guenstigsten Konditionen im Grossraum Wellington bekommen. Also diesbezueglich braucht sich niemand Sorgen um uns machen. Wir koennen uns immer noch ein Dach ueber'm Kopf leisten und auch fuer die weitere Kostendeckung ist gesorgt. Es sind also weder Geld- noch Sachspenden von Noeten um unser weiteres Ueberleben zu sichern!
Damit soll das Thema auch abgehakt sein und ich will zu etwas anderem uebergehen. Am Mittwoch hiess es fuer mich nun Abschied nehmen vom Wholly Bagels Wellington. Nach fuenf Wochen faellt das jetzt vielleicht noch nicht soo schwer wie nach ner laengeren Zeit, aber ich muss sagen, dass mir das rumjonglieren mit diversen Bagels und deren Utensilien schon ein klein wenig fehlen wird. Schliesslich hat das arbeiten dort ziemlichen Spass gemacht. Was will man auch andres erwarten, wenn die Belegschaft zu mehr als 90% aus Studenten, Schulabgaengern/angehenden Studenten, Weltenbummlern und aehnlichem besteht, sodass das Durchschnittsalter bei etwa 19,8 oder so liegt. Manchmal konnte man das Gefuehl gewinnen, dass es gar noch darunter lag, denn von Zeit zu Zeit (speziell Samstags wenn der Andrang sich grnezen hielt und die Langeweile stieg) ging's zu wie im Kindergarten. Zum Beispiel, wenn man entdeckt hat, welch lustige Scherenschnitte man aus Servietten anfertigen kann oder wenn ausprobiert wurde, wie viele Verschiedene Fuellungen man auf einen Bagel stapeln kann... und das dann auch essen! Dieses Unterfangen gipfelte in einem Minibagel, auf dem sich Schinken, Pute, Rindfleisch, Huehnchensalat, Blattsalat, Tomate, Zwiebel, Sprouts (also irgendwelches Sprossen0 sowie diverse Saucen, Mayo und Senf tummelten. Das ganzw wuchs im Endeffekt auch auf ne stattliche Hoehe an (8-10 cm wuerd ich sagen), sodass das Essen zur Herausforderung wurde. Der Kelch ging an mir persoenlich vorueber, aber demjenigen den's erwischt hatte, hat dieser kulinarische Genuss viel Freude bereitet. Solch unterhaltsame Intermezzos haben das Arbeitsklima recht angenehm gestaltet, aber nicht dass ihr euch denkt, das ganze waere nur Geigel gewesen. Wochentags zur Mittagszeit, also zwischen 12 und 2 war Hochkonjunktur angesagt und es konnte verdammt stressig werden. Speziell dann wenn immer wieder die Ressourcen ausgingen und Improvisation zum Hauptprinzip wurde. Aber schon nach gut ner Woche hatte ich mich an den Mittagsstress gewoehnt. Kann euch ja mal fix so'n typisches Mittagsszenario schildern:
11.45 - alles ist ruhig, man portioniert nox fix nen Zentner Chickensalad, ruehrt Frischkaese an oder faltet Servietten
12.00 - die innere Uhr spuert schon, jetzt ist in den Bueros grad das Pausensignal ertoent und die Massen setzen sich auf der Suche nach Nahrung in Bewegung
12.05 - der Anstrum beginnt und man weiss, dass man fuer die naechsten zwei Stunden auf Turbo schalten muss um am Ende etwa 400 Bestellungen zur vollsten Zufriedenheit ausgefuehrt zu haben
spaetestens 12.30 - inzwischen sind 4 Kassen besetzt, 5-6 Leute stehen an den Sandwichboards und machen Bagels, 2 versuchen das ganze unter die Leute zu bringen und eine weitere gestresste Seele steht am Kaffeeautomaten und brueht sich nen Wolf. Ganz nebenbei versucht meist noch irgendwer die Unmengen anfallenden Geschirrs wahlweise zu stapeln oder zu spuelen und eine weitere Person hat sich's zur Aufgabe gemacht Engpaesse zu schliessen und Bestellungen an die Hauptgeschaeftsstelle durchzugeben bzw. telefonbestellungen anzunehmen. Das heisst, dass zusammengefasst bis zu 15 Leute ordentlich auf Trab gehalten werden.
gegen 14.00 - das ganze Geschaeftsviertel scheint so langsam gesaettigt zu sein und stroemt zurueck in die Bueros. Die Anzahl der Bestellungen nimmt wieder kontrollierbare Masse an und man kann sich nen Ueberblick ueber die aktuelle Lage verschaffen. Meisten wird erstmal ausgeknobelt, wer in den Genuss kommen darf sich durch nen riesen Berg Geschirr kaempfen zu duerfen. Ja, auch ich habe mehrmals verloren und durfte diese Aufgabe uebernehmen (und habe sie selbstverstaendlich voller Hingabe erledigt).
Ja, so oder so aehnlich gestaltete sich die Mittagszeit beim Wholly Bagel. Weiss nicht ob'n in allen Zweigstellen so zuging (4 an der Zahl), aber zumindest, in dem wo ich war am Midland Park. Liegt aber auch Mitten im Geschaefts- und Ladenviertel. Nebenan is'n kleiner Park und wenn noch entsprechend schoenes Wetter war, hat's da natuerlich die ganzen belegschaften hingezogen. Naja, am Nachmittag wurde's dann wieder ruhiger und je nachdem, wer dann als Barista (also Kaffeeguru) taetig war, gab's dann den ein oder andren Kaffee. Das ist auch so'ne Sache, die mir fehlen wird. Jeden Tag nen schoenen Kaffee absahnen... oder auch zwei... oder drei WinkDaran haett ich mich gewoehnen koennen. Genauso wie an die sonstige Versorgung durch den Wholly Bagel. Hab mehrmals unser Gefrierfach mit ueber nem dutzend Bagels gefuellt. Ab und zu noch bisschen was an Kaese oder andren Aufstrichen abgetaubt. Oder auch mal was aus der Backabteilung... gaaaanz leckere Cookies, mmmmhmmm! Also diesbezueglich war's beim Wholly Bagels echt super. Und eigentlich auch in jeder andren Hinsicht. Gibt eigentlich nix, was an dem Job als negativ zu beklagen waere *kurz nachdenkt* Noe, wirklich nich. War rundum zufrieden damit. Hab's sogar geschafft mir'n T-Shirt zu sichern. Kann mich also zurueck in Deutschland nochmal in die Uniform schwingen Wink
Ja, das waer's eigentlich was ich nochmal rueckblickend, zusammenfassend ueber meine Zeit mit den Bagels gesagt haben wollte.
In unsrer Freizeit hier in Wellington haben Sanni und ich die touristischen Standardunternehmungen mitgenommen. Waren im "Te Papa" ne Art Nationalmuseum. Da der Eintritt frei ist und der Umfang aber riesig haben wir uns dort mehrere Mal hinbegeben. Waren auch im Botanischen Garten, der hierzulande mehr nem Dschungel als nem Garten in dem Sinne gleicht. Sind wie zuhause Standseilbahn gefahren.. nennt sich hier Cable Car und ist ne einmalige Sache in Neuseeland. Haben ansonsten die ganze Innenstadt und so ziemlich jedes Café der Stadt unsicher gemacht. Wobei's uns "Fidel's" passenderweise auf der Cubastreet besonders angetan hatte. Dort gibt's eindeutig die groessten und leckersten Muffins ueberhaupt.. also einfach nur lecker <<>WinkVegleichbar mit denen im Tiki's, was dem ein oder andren ja was sagen duerfte...
Ach so, auch Sannis Schicksal soll nicht unerwaehnt bleiben. Waehrend ich mich den Bagels verschrieben hatte, hat Sanni sich der italienischen Kueche zugewandt und beim Italiener gleich hier um die Ecke mit angepackt. Haben also beide den gastronmischen Sektor erobert und hoffentlich beide nen guten, zufriedenstellenden Eindruck hinterlassen. Hat sich zumindest nie jemand ueber uns beschwert.
Ja, nun heisst es aber Abschied nehmen von Wellington. Denn nun gehts ab auf die Suedinsel. Dort wartet sogar schon ein job auf uns. Werden aller Wahrscheinlichkeit nach als naechstes in nem Packhaus taetig sein und unsren Erfahrungsbereich mal wieder erweitern. Sind dann erstmal im Nordwesten der Suedinsel in Motueka ansaessig und werden dann wieder was von uns hoeren lassen.
Bis dahin macht's alles recht gut und wenn sich's einrichten laesst, dann schreibt mir/uns doch mal. Wollen doch auch von eurer aller Schicksal erfahren. Und ganz nebenbei sieht die Seit mit Eintragen von euch einfach schoener aus.
Liebe Gruesse nochmals aus Wellington.
Eure Gaga

Heute mal aus der Hauptstadt

GaGa, 14 Jan 2006 10:10

Halli Hallo im Jahr 2006!!!

Ich musste mit Schrecken feststellen, dass nun schon wieder fast ein Monat Zeit ins Land gegangen ist ohne einen Eintrag von mir auf dieser Seite *tztztz* Find ich nich OK von mir...

Erstmal will ich euch allen natuerlich - wenn auch etwas verspaetet - ein gesundes, frohes neues Jahr wuenschen. Inzwischen ist 2006 zwar auch schon wieder zwei Wochen alt, aber besser spaet als nie. Hoffe ihr seid alle gut reingerutscht und hattet ne schoene, besinnliche Weihnachtszeit. Und Weihnachten ist auch ein gutes Stichwort, denn bis dahin muss ich ja nun zurueckgehen, wenn ich in meiner Berichterstattung weitestgehend nahtlos anschliessen will. Deswegen folgt auch sogleich Artikel 1:

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Weihnachten mal anders
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Am 22.12.2005 hiess es nun Abschied nehmen von der Hawke's Bay und damit Adieu du schoene Plantagenarbeit. Bevor's nun aber in Richtung Hauptstadt gehen konnte, hatten wir noch eine Mission zu erfuellen: die schon in allerlei Weihnachtspost erwaehnten Dominosteine von Dr. Quendt mussten noch gekauft werden. Voller Optimismus Sanni und ich also rein in den Supermarkt, zielgerichtet zum Regal und siehe da: nichts! Anscheinend erfreute sich dieses Produkt aus saechsichen Landen hier grosser Beliebtheit. Nach kurzem Stimmungstief hatte uns dann aber doch der Ehrgeiz gepackt. Schliesslich hatten wir gut 300 Kilometer vor uns und damit auch den ein oder andren Supermarkt entlang des Statehighway 2. Man hoere und staune schon im siebten hatten wir dann auch unser Ziel erreichten. Der Rest der Reise Richtung Wellington gestaltete sich eher weniger spektakulaer, sodass wir am 23.12. nach Zwischenstopp in Masterton hier ankamen. Und erstmal zuenftig begruesst wurden: von 'nem Regenguss erster Guete! Also ne gute Stunde lang hat's echt gegossen wie aus Eimern, dass es schon in Baechen die Strassen runterlief. Dazu noch Blitz und Donner und nicht zu vergessen der hier uebliche Wind (manche nennen es auch Sturm). Nachdem wir uns dann im Hostel eingemietet hatten, hiess es am 24. dann Weihnachtseinkaeufe erledigen. Nicht die Geschenke, denn die hatten wir (anders als manch andere Wink) ja schon eher besorgt. Nein, der kulinarische Sektor musste noch abgedeckt werden. Frei nach dem Motto "man goennt sich ja sonst nix" hatten wir den kuehnen Plan geschmiedet uns mal'n richtig schones, leckres, dunkles Vollkornbrot zu kaufen. Nach so einigem angestrengten Suchen wurden wir dann auch fuendig. Desweiteren sollte's am Heilig Abend selbst statt des sonst in der Heimat ueblichen Kartoffelsalats mit Wienes Wuerstchen selbstgemachte Eierkuchen geben. Speziell nach dem wir nach anfaenglich andrer Auffassung erfreut feststellen durften, dass dieses Land doch Apfelmus kennt. Steht zwar in der Saucenabteilung und kommt in Konservendosen daher, aber immerhin! Zu unsrer grossen Freude durften wir auch noch ne heimatliche Weihnachtsleckerei unser eigen nennen: Spekulatius! Dann noch's guter Rotwein als Ersatz fuer den Gluehwein und das Weihnachtsfest war gerettet. So fand dann amm 24. abends im kleinen Kreis die Bescherung des Jahres 2005 statt. Fuer die ganzjaehrig brave Sanni gab's nen USB-Stick, damit se all ihre geschossenen Bilder mal zwischenspeichern kann und fuer die natuerlich ebenso liebe Katja gab's "Sex, Agriculture and the very best of the Exponents" mit andren Worten die gesammelten Werke "DER" Kiwi-Band schlechthin. Tja, fuer den 25. hatten wir den Plan fruehstuecken zu gehen, mussten aber feststellen, dass der 25.12. dazu der wohl unguenstigste Tag des Jahres ist, denn an diesem Tag steht so ziemlich das ganze neuseelaendische Leben still. Aber Gott sei Dank gibt's ja das Starbucks, sodass zumindest'n Kaffee und'n Muffin zu kriegen waren. Auch der weitere Tagesplan wurde durchkreuzt, denn dank Wind und Regen war nix mit Picknick (des Schwarzbrot schmeckte trotzdem!). Dafuer lachte uns am 26. dann die Sonne, sodass wir den Tag dann mit Eis am Strand verbringen konnten. Wenn Weihnachten schon anders ist, dann wenisgtens richtig! Ja, das also zum Thema Weihnachten... Hoffe ihr hattet auch alle ne Geschenkreiche, besinnliche Zeit und habt allesamt nicht allzu viel zugenommen ueber die Festtage Wink

Und schon sind wir bei Artikel 2:

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Silvester bzw. bin ich schon drin???
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Nunja, ueber Weihnachten haben wir ja zumindest den ein oder andren Neuseeland-Veteranen hier in Wellington wiedergetroffen und paar gemeinsame Stunden verbracht. Aber irgendwie meinten alle, dass die Zeit zwischen Weihnachten und Silvester perfekt waere um sich auf die Suedinsel zu verdruecken. Also waren Sanni und ich dann die einzig Verbliebenen hier auf der Nordinsel. Um nicht ganz allein ins neue Jahr zu rutschen, haben wir uns noch ne Flasche Sekt und jeder ne Flasche Wein mit eingeladen. Nein, im Ernst, wollten ja nich ganz versacken, also haben wir uns ma umgehoert und siehe da es gab ne oeffentliche Silvesterfeier auf'm Civic Square. Also mit paar hundert Leuten (wie in Berlin nur kleiner) und dem ein oder andren Musikact. Dass das ganze'n alkoholfreies Event war, machte des ganze irgendwie etwas fad, denn ohne Sektkorkenknallen ist Mitternacht irgendwie seltsam. Hinzukam dass meine Uhr mir auch noch sagte, dass wir noch zwei Minuten Zeit haetten als man im Hintergrund schon zum Countdown ansetzte. Naja, und ehrlich gesagt hatte ich dann nach "3... 2... 1... 0..." sowas wie Knall, Peng, Puff, Feuerwerk erwartet. Aber es folgte nichts, ausser Stille. Ehrlich keine einzige Rakete, kein Boeller, nichts. Weder von offizieller Seite noch von Privater. Fanden wir schon irgendwie seltsam, aber auesser uns schien das sonst niemanden weiter zu beunruhigen. Naja, jedenfalls waelzten wir uns dann mit den Massen durch die Innenstadt. Alle andren verdrueckten sich in diverse Klubs und Kneipen, aber wir hatten'n andres Ziel. Als erstes unser Hostel um die Getraenke und was zu Knabbern zu holen, und danach direkt zum Strand. Gibt hier nen Strand direkt in der City und da haben wir's uns dann bequem gemacht. Waren nicht ganz die einzigen, die auf diese Idee gekommen waren, sodass wir dann auch schnell Gesellschaft bekommen haben. Dank des durchhaltenden Wetters, dass mal nicht mit Wind aufwartete, haben wir's bis nach 4 am Morgen ausgehalten. Am Neujahrsmorgen bzw. -mittag ging's dann in die Stadt fruehstuecken und danach wieder ab an den Strand. Ich muss sagen, das neue Jahr im Sommer zu begruessen, daran koennt ich mich durchaus gewoehnen...
So sind wir also 12 Stunden eher als ihr ins Jahr 2006 gekommen. Nehm an, dass bei euch die besagten 12 Stunden spaeter ordentlich die Sektkorken geknallt haben und alle froh und munter das neue Jahr begruessen konnten!

Nach diesen mehr oder weniger Ferientagen ging's zurueck in die harte Realitaet und damit direkt zu Artikel 3:

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"Wer suchet, der findet" oder so aehnlich...
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Na ch gut zwei Monaten Plantagenarbit waren wir ja nun nach Wellington gekommen mit der Hoffnung mal ne andre Seite des neuseelaendischen Arbeitsalltages kennenzulernen. Leider mussten wir feststellen, dass das gar nicht so einfach ist. Zugegeben, wir haben uns fuer dieses Unterfangen auch so ziemlich die unguenstigste Zeit des Jahres rausgesucht. Ist ja nun bekannterweise Sommer hier und damit Ferienzeit. Und diese Ferienzeit beinhaltet hier auch den Grossteil des gastronomischen Sektors. Der geonnt sich ne ziemlich umfangreiche Auszeit. Also vom 24.12. bis zum 09.01 geschlossen zu haben, war durchaus ueblich. Nun hatten Sanni und ich ja aber vor in genau diesem Bereich unsere Broetchen (bzw. Toast) zu verdienen. Getreu dem Motto "vom Tellerwaescher zum Millionaer" (man wird ja noch traeumen duerfen). Aber unser Ehrgeiz war gross also stuerzten wir uns mit unsren Lebenslaeufen bestueckt in die Stadt. Haben also in jedem potentiellen Café, Bistro, Laden wie auch immer nachgefragt, ob zufaellig grad jemand gebraucht wird. Aber neben dem Ungunstfaktor 1 (Ferien/Uarlaub) wurde uns dann auch schnell klar was nem Erfolg noch im Wege steht: jede Menge Studenten, denn die haben schliesslich auch Semsterferien und man kann's ihnen ja nich veruebeln, dass auch die ihre klammen Finanzen aufbessern wollen. Naja, nichtsdestotrotz konnten wir dem ein oder andren unsren CV in die Hand druecken bzw. diverse Bewerbungsformulare ausfuellen. OK, auf die angekuendigten Rueckrufe warten wir bis heute noch. Aber zumindest bei mir zeigte sich dann irgendwann ein Silberstreif am Horizont. Im Wholly-Bagel zeigte man sich interessiert an mir. Weiss nicht inwieweit Erklaerung notwendig ist, aber um's kurz zu machen: Bagel = Broetchen mit Loch. Die gibt's dann in unzaehligen Varianten mit drei dutzend verschiedenen Belaegen und daraus laesst sich dann 'n Geschaeft machen. Nach Vorstellungsgespraech und Probearbeiten war der Deal dann perfekt und ich bin nun seit dieser Woche Teil der Wholly-Bagel-Familie. Zusammengefasst hab ich bisher gespuelt, potioniert, Tische gewischt, abgeraeumt, serviert, aufgefuellt, alles was halt so anfaellt. Ausser an die Kasse hat man mich bisher och nich gelassen und auch Bagle bauen durft ich noch nich, aber was nich ist, kann ja noch werden. Muss erstmal mit den ganzen Kuerzeln fuer allerlei Bagel-kombinationen klarkomnmen. Kann aber inzwischen schon mehrt als zwei volle Teller mit einmal transportieren (bin ganz stolz auf mich) Also das damit zu meiner job-Situation. Bei Sanni sah's ne ganze Weile lang nich so rosig aus, aber nun scheint sich auch bei ihr was ergeben zu haben. Dank unseres Mitbewohners (dazu gleich mehr) kann Sanni ab Montag beim Italiener um die Ecke taetig sein. Wie genau das aussehn wird, wird sich dann zeigen und wir werden bei der naechstmoeglichen Gelegenheit davon berichten...

Nun noch fix zu Artikel 4:

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Die aktuelle Wohnsituation
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Nach zwei Wochen im Hostel und damit mehr als geplant, war's an der Zeit sich was andres zu suchen. Vor allem da's nun mit dem job zu klappen schien und wir demnach laenger hier in Wellington bleiben, musste was dauerhafteres her. Also haben wir die Aushaenge in der Stadt durchforstet und einmal durch halb Wellington telefoniert und schwups war ein WG-Zimmer gefunden. Sind dann gute 200Meter Luftlinie umgezogen und wohnen jetzt direkt in der City. Nennen ein Zimmer mit eignem Bad im 6.Stock eines Apartmenthauses unser eigen. Die Wohnung teilen wir uns mit nem brasilianischen Paerchen namens Rita und Joao. Koennen mit so ziemlich jedem Komfort aufwarten und fuehlen uns mal direktgesagt sauwohl hier. Deswegen werden wir jetzt wahrscheinlich auch noch ne guten Monat hier verweilen. Da die neue Wohnsituation Internet rund um die Uhr beinhaltet werd ich vielleicht auch mal in kuerzeren Abstaenden dazu kommen zu schreiben und damit eure Ausdauer nicht ganz so strapazieren. Tut mit leid,dass es schon wieder so'n Monsterbericht geworden ist...

So, jetzt wisst ihr so ziemlich alles, was aus den letzten Wochen erwaehnenswert war und seid auf dem neuesten Stand der Dinge. Wuerde mich freuen mal wieder von dem ein oder anderen zu hoeren! Gilt auch fuer alle aus Sanni's Verwandten- und Bekanntenkreis, die ab und an auf meiner Seite vorbeischauen! Wuerd mich (und Sanni sich ganz sicher auch) ueber nen Eintrag freuen! Also nur nicht so schuechtern Winkund nich nur gucken, sondern auch mal schreiben!

Also dann, lasst euch allen gut gehen...

Ganz, ganz liebe Gruesse!!!
Eure Gaga

Weihnachtsgruesse

19 Dec 2005 04:47

Ho Ho Ho...
Weihnachtehn steht ja nun unmittelbar bevor also werd ich nochmal'n paar extra Worte dazu verlieren.
Zugegeben ich muss mich jeden Tag neu dran erinnern, dass bald Weihnachten ist, aber ihr werdet sicher in besinnlicher Stimmung bei dem ein oder andren Gluehwein oder Stueck Stollen in der heimischen Wohnstube sitzen und dem Mann mit dem gefuellten Sack entgegenfiebern.
Deshalb wuensch ich euch allen aus der Ferne ne frohe Weihnacht, besinnliche Feiertage, nen fliessigen Weihnachtsmann, wenig Weihnachtsstress und nen leckren, kalorienreichen Weihnachtsbraten!!!
Da ich mich aller Wahrscheinlichkeit nach nicht mehr eher melden werde, wuensch ich auf diesem Wege auch gleich noch nen guten Rutsch ins kommende Jahr und ne maechtige Sause zu Silvester (mit nem moeglichste gering ausfallenden Kater am Neujahrsmorgen)...

Also denn nochmals liebe Weihnachtsgruesse in die winterliche Heimat aus dem sommerlichen Neuseeland...
eure Gaga