Samstag, 13. September 2008

Raus aus der Zivilisation - Rein ins Ungewisse

GaGa, 31 Mar 2006 03:07

Hallo ihr,

ich weiss, langsam werd ich bissl penetrant. Meld ich mich doch glattweg schon wieder. Aber gibt momentan auch ziemlich viel zu berichten. Heute will ich euch von unsrem Trip in den Abel Tasman National Park wissen lassen.
Als erstes ist damit die Info verbunden: ja, wir leben noch und haben's geschafft! Die nachricht gilt vor allem den besorgten Familienangehoerigen daheim, die im Voraus von der Unternehmung wussten. Allen Sorgen sollen hiermit also schonmal genommen sein, obwohl der Titel unsren Ausflug schon ziemlich genau charakterisiert, denn es sollte nicht alles so laufen wie urspruenglich geplant (wer haette das bei uns auch erwartet...)

Tag 1 (27.03.2006) - Start frei
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Volle r Elan sollte's nun also am Montag nach fuenf Wochen Aepfel angucken raus in die Natur gehen, genauergesagt fuer knapp 4 Tage wandern durch den Abel Tasman NP. Der Trip war am Wochenende endgueltig gebucht worden, sodass unsre Uebernachtungen in den jeweiligen Huetten und die Rueckfahrt per Wassertaxi geischert waren. Zugegeben schon am Samstagabend erhielt unser Elan einen gehoerigen Daempfer, denn irgendjemand meinte, sich an unsren Fotoakkus samt Ladegeraet bedienen zu muessen und das Teil einfach mal einzustecken. Naja, da sassen wir nun also ohne Akkus und ohne Ladegeraet. Es musste also noch bis zum Startschuss am Montag brauchbarer Ersatz gefunden werden. In Form von langlebigen Lithiumbatterien wurde der dann auch gott sei dank gefunden. Der Blick aus den Zelt am Montagmorgen stellte allerdings einen weiteren Rueckschalg dar: Regen! Es hat hier fuenf Wochen lang nicht mehr als drei Tropfen geregnet, aber genau zu dem Zeitpunkt musste's ja sein. Wer den Spass schonmal mitgemacht hat, ein pitschnasses Zelt im Regen abzubauen, wird wissen von welchem Partyspass ich spreche. Irgendwann hatten wir auch diesen leicht unangenehmen Teil hinter uns gebracht und bei immer noch stroemendem Regen konnte's losgehen. Vorher haben wir uns noch mit nem ordentlichen Kaffee und nem dazu kostenlosen Muffin gestaerkt. Von Marahau aus, wo wir unser Auto fuer die naechsten 4Tage geparkt hatten, lagen knapp 12km bis zur Anchorage Hut vor uns. Gut eingepackt und vor allem eingetuetet machten wir uns auf den Weg. Man mag's nicht glauben, aber irgendwann wurde der Regen sogar weniger bis das Nass von oben sogar zeitweilig vollkommen versiegte. So konnten wir das wandern entlang der malerischen Kueste mit den vielen kleinen Buchten sogar richtig geniessen. Bis eine halbe Stunde vor unserer Ankunft an der Huette, als Petrus meinte nochmal regentechnisch alles geben zu muessen. So kamen wir also doch noch in den Genuss klatschnass in der Huette anzukommen. Zu Komfort und Ausstattung der dortigen Huetten laesst sich folgendes sagen:Back to Basic. Strom und Warmwasser ist nicht und auch sonst alles spartanisch gehalten. Geschlafen wird in sogenannten Bunkrooms mit etwa 10 Leuten auf Matratzen. Gekocht wird am mitgebrachten Kocher und zum waschen etc. gehts zu ner Extrahuette im Wald. Da's aber 18.30 dunkel wird und im wahrsten Sinne des Wortes die Lichter ausgehen, gab's zu guten christlichen Zeiten noch vor um Sechs abendessen (bevorzugt Instantnudeln). Danach wurde's bei Kerzenschein romantisch und alles lief bis dahin prima. Wenn ich das schon so sage, ihr wisst was jetzt kommt... Ich wollt mir nochmal rein informativ die naechsten Stationen ansehen und die Gezeitentabelle abchecken (ist wichtig, da man an einigen Stellen sonst nicht weiterkommt, da der Track durch's Wasser fuehrt) Da musste ich und dann auch Sanni mit Erschrecken feststellen, dass der Trip, den die Tante vom InformationCentre vorgschlagen hatte am Mittwoch so gar nicht moeglich ist. Tja, was nun, mitten im nirgendwo. Gott sei Dank kam noch der Huettenwart (in dem Falle ne "Wartin"Wink und machte den Vorschlag wir sollten das eine Teilstueck einfach per Wassertaxi ueberbruecken. Das Problem war naemlich, das die gute Frau beim kalkulieren wahrscheinlich auch genau dieses Stueck uebersehen hatte, was den Trip mehr oder weniger unmoeglich machte. Von der Laenge her waer's noch im Bereich des Machbaren gewesen,aber da wir ja auf dei Ebbe angewiesen waren, die aber erst am Nachmittag eintrat, waeren wir nicht vor Einbruch der Dunkelheit angekommen. Und da wird's auch dunkel, da sieht man die Hand vor Augen nicht mehr geschweige denn, den Weg. Also wurde spontan umgeplant. Die Frage war nur noch wie man erstens das Wassertaxi auf die Schnelle buchen sollte (es gibt ganze 3Telefone im ganzen NP) und zweitens dann bezahlen sollte ohne Bargeld und Kreditkarte. Aber diesen ganzen Problemen wollten wir uns am naechsten Tag stellen...

Tag 2 (28.03.2006) - Der Tiefpunkt
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Es galt nun also Licht ins Dunkel so einiger ungeklaerter Punkte zu bringen. Das sollte allerdings noch erschwert werden durch eine leicht kraenkenlnde Sanni. Was genau Sanni ploetzlich ausgeknockt hat, wissen weder sie selbst noch ich. Jedenfalls hatte Sanni mit ner ordentlichen Portion Kopf- und Gliederschmerzen zu kaempfen, sozusagen Grippe in abgespeckter Version. Ihr koennt euch vorstellen, dass das die ohnehin schon getruebte Stimmung nicht wirklich verbesserte. Und den bevorstehenden Trip einfach machte's nun auch nicht grad. Zum Glueck lagen aber nur knapp 10 km bis zu naechsten Huette vor uns. Die Gezeiten waren auch nicht ganz auf unserer Seite, sodass wir nen etwas laengeren Weg um ne Bucht gehen mussten, was sich als etwas nervenaufreibend heruasstellete, da die Verzweigungen der Bucht kein Ende nehmen wollten. Aber wir wussten auf der anderen Seite wartet das Telefon, das unsre weiteren Probleme loesen sollte. Dort dann endlich angekommen machte ich mich daran, dem InformationCenter in Motueka unsre verzwickte Lage zu schildern und man zeigte sich gluecklicherweise einsichtig, sodass uns ein Wassertaxi fuer den naechsten Tag sicher war. Weiter ging's also in Richtung Bark Bay und der dortigen Huette. Fuer die uns umgebende schoene Landschaft hatten wir an dem Tag leider nur sehr wenig uebrig. Sanni aus den oben genannten Gruenden und ich, weil ich mir staendig Gedanken drum machen musste, ob nun alles klappen wuerde und ob Sanni durchhaelt. Das tat sie natuerlich auch und wir kamen schon kurz nach Mittag in der Huette an. Sanni hat sich dann am Nachmittag bissl ausgeschlafen, waehrend ich die Gegend erkundet hab. Am Abend wieder das gleiche Prozedere und ab 18.30 geht dann das Licht aus. Es wurde wieder gemuetlich bei Kerzenschein und vorm waermenden Gasofen. Danach folgten knapp 11h Schlaf im mit 10 Mann/Frau gefuellten Schlafraum...

Tag 3 (29.03.2006) - Die Koenigsetappe
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Ordentlich ausgeschalfen und in koerperlich weitaus besserer VErfassung als am Vortag konnte die Wanderung zur Koenigsetappe losgehen. Ziel war die Wahriwharangi Huette am noerdlichen Ende des Parks. Bis dahin lagen vor uns: 1,5 Stunden bis zum sogenannten Tidal Crossing (soll heissen an ner Muendung durch's Nasse waten) danach nochmal etwa ne Stunde bis zum Wassertaxi. Die Fahrt damit sollte dann etwa ne Viertel Stunde dauern und uns 2Studen Fussweg ersparen (und das Warten auf Ebbe!). Nachdem uns das Wassertaxi wieder abgeladen hatte, sollte noch ne dreistuendige Wanderung folgen. Ja, so sah also das Programm fuer den dritten Tag aus und ausnahmsweise lief auch alles wie geplant. Bis auf die Tatsache, dass man sich am andren Ende der Leitung am Vortag bei der Abfahrtszeit geirrt hatte. Statt um zwei sollte das Aquataxi um drei fahren. Das war uns aber zu speat also standen wir schon halb zwei am Strand und konnten noch das vorhergehende Taxi abpassen (die Bezahlung war so geregelt, das wir bei der Rueckkehr am Parkplatz bezahlen durften). An diesem Tag war uns auch Petrus hold, sodass wir rundum alles geniessen konnten. Die unzaehligen kleinen Sanstraende in den Buchten und das teurkisfarbene Meer. Die Fahrt mit dem Wassertaxi, nem kleinen Motorboot, das ueber's Wasser duest, war auch superklasse! Am Ende kamen wir ein klein wenig knuelle aber ueberaus zufrieden in der Whariwharangi Huette an. Und der Besuch dieser Huette sollte sich gelohnt haben, denn im Vergleich zu den andren modernen DOC-Huetten war das'n altes, historisches Farmhaus. Und dan Charme hatte es wirklich: Holzveranda, Holzdielen, n Kamin und das ganze auf ausnahmsweise mal zwei Etagen! Statt der ueblichen Bunkrooms gab's verschieden grosse bzw. kleine Zimmer, sodass Sanni und ich in nem privaten Doppelzimmer logierten. Das alles aenderte nichts dran, dass ab spaetestens sieben Dunkelheit herrschte, wobei der Kerzenschein in der rustikalen Huette noch dreimal gemuetlicher war! Echt schoen da und super gemuetlich! Hat sich also aller Stress gelohnt. Am naechsten Tag sollte dann ne ruhige Kugel geschoben werden...

Tag 4 (30.03.2006) - Der kroenende Abschluss
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Wie auch an allen Tagen waren wir wieder schon ab kurz nach 7 am Morgen munter. Allerdings haben wir unsren Aufbruch noch bis knapp 9 rausgezoegert, denn es lagen nur etwa 3Stunden Wanderung vor uns, das Wassertaxi ging aber erst um 15.15. Nachdem wir das Huettenambiente so lang wie moeglich genossen haben, machten wir uns also ganz gemaechlich auf den Weg. An dem Tag sollte's uns noch ueber einen kleinen Umweg an den Seperations Point verschlagen, wo man Seehunde sehen kann. Und das haben wir auch: haben ueber ne halbe Stunde ner verspielten Seehundkolonie zugeguckt! Einfach toll! Wir hetten unsre Spass und die offensichtlich auch WinkTrotz dieses Zwischenstopps und ner weiteren ausgiebigen Mittagspause (mit Knackern und Vollkornbrot - jammi!!!) am Strand waren wir aber schon kurz vor 13.30 an unsrem Endpunkt. Dort haben wir dann erstmal ausgespannt und noch'n paar Reste unsres mitgenommenen Vorrats verspeist. Wobei verspeist noch'n gutes Stichwort ist, denn unterwegs und waehrend unserer Wartens wurden wir fast komplett von den Sandfliegen gefressen. Also heimatliche Stechmuecken sind im Vergleich zu diesen miesen kleinen Viehchern ja zahme Tierchen. Die beissen sich an einem fest und hinterlassen penetrant juckend Stiche, das ist echt nich schoen! Naja, letztendlich ging's fuer uns dann um 15.15 mit dem Wassertaxi zurueck zum Ausgangspunkt nach Marahau, wo wir gegen 16.45 dann auch eingetroffen sind. Mit so'ner "Nussschale" ueber die Wellen zu duesen macht echt verdammt Spass!

Also zusammengefasst war's schon ein echt toller Trip, der zwar mit einigen Tiefen, aber auch mit richtig vielen Hoehepunkten verbunden war. Hat sich also durchaus gelohnt und was waere das Leben ohne ordentliche Herausforderungen und Ueberraschungen. Irgendwie waer's schon langweilig, wenn mal alles glatt laufen wuerde! Ausserdem waer das ja nicht unsere Art und womoeglich wuerde's uns auch gar keiner glauben, wenn wir mal sagen wuerden, dass alles so lief wie geplant!
Uns gehts also nach wie vor gut und fuer uns geht nun ab in den Sueden, was auch immer uns da erwarten wird...

Liebe Gruesse,
eure Gaga + Sanni

Duebb... aha... ein Apfel!

GaGa, 26 Mar 2006 04:13

Halloeche ihr alle!

Wie ich's euch ja angekuendigt hatte (oder auch angedroht Wink), meld ich mich nur eine Woche spaeter gleich nochmal. Es hat sich ja wie gesagt auch ziemlich viel ereigent, sodass nochmal'n ordentlicher Bericht zusammenkommen duerfte (merk schon, die ersten entfernen sich schonwieder vom Rechner...) Na denn will ich mal loslegen:

Erst die Arbeit...
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Nach einer doch recht langen Zeit in der Grossstadt, sollte es uns diesmal wieder eine Runde auf's Land verschlagen und damit auch wieder in die landwirtschaftliche Branche. Ich gebe zu, dass wir auf das Rumspringen in den Baeumen inkl. Pflueckerkoerben keine richtige Lust hatten und uns dem hier doch recht abwechsulngsreichen Wetter nicht unbedingt schutzlos aussetzen wollten (wir hatten ja in der Vergangenheit schon verschiedenste Erfahrungen gemacht was das anbelangt) Also haben wir uns nach nem Indoor-Job umgesehen und sind sehr schnell, sehr zahlreich fuendig geworden. Das lag allerdings nicht primaer an unsren guten Qualifikationen sondern eher an der Apfelsaison, die gerade ihrem Hoehepunkt zusteuerte. Wir wussten nun also schon vor unserer Abreise in Wellington, dass unser neuer Arbeitgeber die Futures Group in Motueka sein wuerde. Ausser, dass wir unsre Broetchen im Packhaus verdienen wuerden, war uns allerdings sehr wenig bekannt. Am 20. Februar auf der Suedinsel angekommen, fuhren wir also noch gut 200km bis zum neuen Zuahause in Motueka. Dort wurde dann im wahrsten Sinne des Wortes im ortsansaessigen HolidayPark fuer die naechsten fuenf Wochen das Zelt aufgeschlagen. Am ndarauffolgenden Morgen hiess es dann um 7.30 antreten im Packhaus. Positiverweise hatten wir einen der kuerzesten Arbeitswege bis dato aufzuweisen. Delilah brauchte fuer die gut 15km nur knapp 10 Minuten, sodass wir eigentlich direkt aus dem Zelt an den Arbeitsplatz kamen. Tja, da waren wir nun also, in einer riesigen Blechhuette mitten in der Plantage. Ueberall stapelten sich Kisten voller Aepfel oder auch Paletten voller verpackter Aepfel. Stellte sich nun die Frage, welchen Beitrag wir dazu zu leisten hatten, dass die besagten Aepfel aus den Kisten zu denen auf den Paletten wurden. Schon ziemlich schnell stellten wir fest, dass unser Anteil ein nicht allzu unwichtiger sein wuerde. Bevor ich erklaeren kann, was genau unsre Aufgabe war, muss ich noch kurz zum besten geben wie das ganze Prozedere in so'nem Packhaus sich so gestaltet. Kisten (genannt Bins) mit ca. ner halben Tonne Aepfel werden erstma ne Runde ueber ne Art Wasserstrasse aussen um's Packhaus herumtransportiert und dabei gereinigt. Bevor's ins Packhaus reingeht, wird je nach Qualitaet der Lieferung von irgendnem armen Sack (gut merken fuer spaeter!) schonmal grob aussortiert (es verabschiedet sich zum Teil schon gut'n Viertel). Danach geht's auf nem Fliessband ins Packhaus, was sich dort dann aufteilt, sodass an 6-7 kleineren Baendern sich dann ein dutzend Leute die Aepfel ganz genau angucken koennen. Auch dort wird wieder fliessig aussortiert (was genau, auch dazu spaeter) Alles, was diese Station ueberstanden hat, bewegt sich wieder auf nem grossen Band weiter Richtung Herzsteuck des Betriebes. Dabei handelt sich's um nen riesigen, ratternden Hightechkasten, der die Aepfel scannt um sie dann nach Groesse und Farbgrad sortiert an verschiedenen Seitenbaendern wieder auszuspucken. Ganz nebenbei werden auch noch lustige Aufkleber raufgeworfen. An den Seitenbaendern, von denens kanpp 20 gibt, geht die eigentliche Packaktion dann los. Die Aepfel kommen aus der Maschine gepurzelt und werden dann auf Paletten (genannt Trays) sortiert. Dabei wird dann nochmals Auslese betrieben und zum Teil das ganze noch optisch ansprechend aufgereiht. Sind die Trays voll werden sie dann per Hand oder per Fliessband weitertransportiert zum Ende des Seitenbandes, wo die Box auf sie wartet. Sind die Aepfel auf ihren Trays dann dort reingestapelt, wird die Box mit nem eleganten Schwung auf ein weiteres Band ruebergehoben. Dort wird sie dann von nem Stapler aufgegriffen und wer haette's anders gedacht auf Paletten gestapelt. Und schon ist der Apfelpackprozess beendet. Geht doch ganz fix, oder? Jetzt zu unsrem Anteil daran. Urspruenglich waren wir am vorlezten Punkt dieses Porzesses plaziert. Soll heissen an den Seiten baendern, an denen die Aepfel letztendlich sortiert und verpackt werden. Wir durften unsren Arbeitsbereich aber schon sehr bald erweitern. Zum Beispiel durften wir auch noch den Platz auf der anderen Seite der Maschine einnehmen, wo die Trays eingeschoben werden. Das heisst dann, dass man sich durch Unmengen von labyrinthartig angeordneten Paletten mit Papptrays wurstet, in der Hoffnung die richtigen zu finden und in die Maschine schieben zu koennen. Nur so zur Info: es gibt etwa drei dutzend verschiedene Trays mit so lustigen Bezeichnungen wie 47A und 47B oder auch 80Z. Ein weiterer interessanter Arbeitsplatz im Packhaus ist der ueber Maschine und Baendern, naemlich der, an dem die Boxen ins Spiel kommen. Wiederum gibt's verschiedene Boxen (im vergleich zu den Trays nur gut'n halbes Dutzend), die wahlweise vor Ort gebastelt werden oder fertig angeliefert werden. Unabhaengig davon muessen sie ja noch irgendwie nach unten zu den Packern kommen und fuer genau diese Aufgabe gibt es jemanden, der die Boxen auf rutschbahnaehnlichen Vorrichtungen nach untern wirft. Von Zeit zu Zeit wurde ich dafuer ausgewaehlt und hab mir damit das ganze Spektakel mal von oben angesehen. Wenn ich weder Trays noch Box umherschieben durfte und auch nicht zum packen gebraucht wurde, durfte ich dann "graden". Hinter dem Begriff verbirgt sich nix anderes als das stundenlange drehen und anstarren von Aepfel an dem anfangs erwaehnter aufgeteilten Band. Dort gehts fuer die Aepfel ans eingemachte und es entscheidet sich, wer ueberhaupt bis zu den Kisten vordringt. Ihr koennt euch ja nich vorstellen, wieviel dort aussortiert wird und nur noch zu Saft verarbeitet wird (irgendwoher muss der ja auch kommen, ist mir schin klar) Aber ich war mis auch nicht bewusst was so ein Apfel alles boesartiges oder einfach nur haessliches an sich haben kann, das ihn nicht fuer den knallharten Wettbewerb im Supermarkt qualifiziert. Kurzer Auszug aus dem GraderHandbuch, zum Thema was muss alles raus: auf jeden Fall Bruises (der gute alte Bumsfleck), dicht gefolgt von Sunburn also Sonnenbrand (ich wusste nicht, dass Aepfel so etwas haben koennen, aber glaubt mir, das Problem ist gravierender als man glauben mag). Genauso ungern gesehen ist jede Beschaedigung, bei der die Schale auch nur einen Milimeter aufgebrochen ist. Was nie und nimmer in die Kiste darf, sind kleine fiese schwarze Punkte (muss irgendne ganz ueble Krankheit sein... hab der Erklaerung nicht bis ins Detail folgen koennen) Was zwar weniger gravierend ist, aber aestethisch einfach nicht ansprechend wirkt ist Rust (also irgendwelche Runzel), also fliet's ab nem bestimmten Grad auch raus. Ihr koennt euch also eventuell vorstellen, dass ein ziemlich betraechtlicher Teil Aepfel an dieser Stelle aus dem Packprozess ausklinkt und als Saft endet. Naja, jedenfalls haben Sanni und ich auch so einige Stunden rumstehenderweise dort verbracht und uns die Aepfel einfach nur angeguckt. Wenn's allerdings auch da nix zu tun gab und jemand meinte, dass man mich doch irgendwie beschaeftigen muesste, gab's ja noch den Job vor dem Packhaus. Ihr erinnert euch an den erwaehnten armen Sack? Darf ich vorstellen: Katja! Nicht das der Job an sich scheisse gewesen waere, keinesfalls. Man konnte hemmungslos alles rausschmeissen ohne dass es irgendjemanden interessiert haette, denn alles ging direkt in den Saftbin. Das Problem war eher, dass man in die ganz fiesen matschigen Apfelobjekte greifen musste bzw. manchmal nur noch Bruchstuecke raussammeln konnte. Ausserdem war das Problem die Lage:erstens draussen also schonmal an der z.T. durchaus frischen Luft und zweitens direkt neben einem Geblaese, das die Aepfel nach ihrem Wasserbad trockenfoehnt. Das Ding ist laut und vermittelt dir das Gefuehl im Windkanal zu stehen. Das erste Mal als man mich da raus gestellt hat, war ich entsprechend unvorbereitet und hab mir ueber 2Stunden in der Zugluft den Arsch bzw. die Haende abgefroren. Beim naechsten Mal war dich dann praeperiert und stand im Pullover da. Ja, das waeren so die verschiedenen Positionen, die ein Arbeiter wie ich in so'nem Packhaus einnehmen kann. Ein ganz besonderes Leckerlie gab's mitunter noch fuer Sanni und mich, das nannte sich "das historische Band" Hinter der Supermaschine und dessen Flissband und den Kubikmetern an gestapelten Trays verbarg sich das vergessene Stiefkind des Packhauses: ein antiquierteres Fliessbandmodell aus den sagen wir mal spaeten 70ern (uns kam's vor wie aus dem letzten Jahrhundert) Nicht das dort alles langsamer lief, es lief halt einfach nur anders. Wo man am anderen Band nur mal eben ein Knoepflein druecken musste um sein Band manuell vorwaerts zu bewegen musste dort ein ganzer Schalter umgeworfen werden. Kam am modernen Band die Automatik zur Hilfe, konnte man die am historischen Band eher unter Ulk verbuchen: wenn ein Apfel den Sensor auch nur streifte meinte das Band es muesste bis Anschlag ausfahren und 5Trays preisgeben (und das ohne einen Apfel drauf) Ganz nebenbei klemmten die Trays in der Maschine fest,weil die wahrscheinliche noch nicht auf moderne Abmasse geeicht war. Wie gesagt, wurde man da hinten auch oefters mal vergessen, sodass ab und an der Kistenfluss von oben versagte und man mit den Trays voller Aepfeln dasass und zu improvisieren versuchte. Das Thema Improvisieren und das Nichtvorhandensein wichtiger Utensilien ist ohnehin ein sehr wichtiger Aspekt der Arbeit im Packhaus. Haben uns sehr oft gefragt, wie viel Arbeitsverluste eigentlich einkalkuliert sind, denn so oft wie dort die Produktion angehalten wurde bzw. Aepfel wieder aus- und neu eingepackt werden musste, kann man sich schwer vorstellen. Kleine Auflistung aus der Kategorie "Pleiten, Pech und Pannen":
Szenario 1: Man kommt frueh ins Packhaus uns es gibt keine einzige Box mehr und ganz nebenbei ist auch noch das Rohmaterial ausgegangen, sodass man auch nicht schnell was basteln kann. Natuerlich konnte man das am Vorabend nicht vorhersehen (!?), sodass man erst am Morgen Nachschub geordert hat. Da ging's halt mit ner guten Stunde Verzoegerung los, kein Problem...
Szenario 2: Der morgendliche Packprozess kommt in Gang, aber schon bald stellt sich heraus, dass die Maschine ne kleine Macke haben muss, denn es werden die falschen Apfelgroessen an den Baendern ausgeworfen. Auf den Minitrays landen die Pfundaepfel und umgekehrt. Bis man das ganze stoppt sind dann schon ein gutes dutzend Kisten verpackt. Kein Ding, wie werden einfach wieder ausgepackt (auch primaer Katja s Aufgabe, weil ich Dank meiner Groesse auf das Graderband raufgreifen konnte)...
Szenario 3: Alles laueft soweit super bis jemand feststellt, dass die falschen Sticker auf den Aepfeln sind (gibt verschiedene Sticker fuer verschieden grosse Aepfel). Bis dahin wurde wieder na ganze Zeit lang falsch weitergearbeitete, sodass man am Ende so einige Paletten wieder entpacken kann und die Packer dann die tolle Aufgabe haben, Aufkleber abzufriemeln. Durchaus auch mal abwechslungsreich...
Weitere Szenarien sind dann die falschen Kisten (ergo entpacken ist angesagt) oder viel zu miese Qualiteat (na, ihr ahnt es schon?! entpacken!) Interessant aber fuer den Gesamtzusammenhang unwichtig sind Einzelschicksale an einzelnen Baendern. Wenn zum Beispiel Trays fehlen oder auch Boxen. Oder wenn urploetzlich die Massen rausgequollen kommen und man mit einpacken nicht mal im Ansatz hinterherkommt. Oder sie Stapler kommen nicht hinterher und alles steht im Weg rum. Oh man, es gibt ja so vieles das schief gehen kann... immer wieder auf's neue Interessant. Es wird schon nie langweilig in so'nem Packhaus. Achso, noch was zur trockeneren Statistik: Sanni und ich haben da insgesamt 5Wochen gepackt wie die Weltmeister. Von Montag bis Freitag erst von 7.30 bis 17uhr und Samstag von 7.30 bis 13uhr und dann spaeter wochentags 8 bis 16.30 und Samstag 8 bis 13uhr. Dafuer gab's dann aber auch Nachtschichten von 18 bis 22Uhr. Sanni und ich haben uns fuer die am Dienstag und Donnerstag entschieden, was auch definitiv genug war, sodass wir letztendlich gut 54Stunden pro Woche den Aepfeln gewidment haben. Und wer sich schon die ganze Zeit gefragt hat, was da so umgewaelzt wird am Tag, also das offizielle Firmenziel waren 300Bins am Tag (200 in der Tag- und 100 in der Nachtschicht) Das Gesamtziel ist bisher unerreicht genauso wie das Ziel der Nachtschicht. Das Der Tagschicht wurde genau zweimal erreicht (zuletzt letzten Donnerstag mit 210 Bins!) Ach, es gaebe noch soviel mehr lustige Packhausgeschichten, die ich aber nicht alle zum besten geben kann. Ich hoffe, bis zu meiner Rueckkehr hab ich sie nicht alles vergessen und kann nich die ein oder andre Anekdote erzaehlen...
Damit haette ich den Arbeitsteil abgeschlossen aber das Leben hier in Motueka bestandt ja nicht nur aus Arbeit, sondern auch aus nem Freizeitteil!

...dann das Vergnuegen!
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Wenn man so hart arbeitet wie wir, dann muss natuerlich auch der entsprechende Ausgleich her. Den haben wir uns dan an den Wochenenden und zum Teil auch nach Feierabend gegoennt. Zu den Vergnuegen nach Feierabend zaehlte vor allem die "Toadhall" neben unsrem Zeltplatz. Dabei handelt sich's um ne Art ehemalige Kapelle, in der jetzt sowas wien Obst- und Gemueseladen ansaessig ist. Klingt soweit ziemlich unspektakulaer, wenn ich jetzt aber erwaehne, dass es dort frisch zubereitetes Fruchteis gibt, hoert sich das schon anders an, oder? Das ganze ist eigentlich eher gefrorener Jogurt mit frisch reingeschredderter Frucht, was irrsinnig lecker ist. Und frei nach dem Motto men goennt sich ja sonst nix, sind Sanni und ich da am Wochenende oder nach Feierabend eingeritten. Regelmaessiger Gast sind wir inzwischen auch auf dem Sonntagsmarkt von Motueka. Zum einen wegen des Vorrats an Obst und Gemuese, den wir uns fuer die Woche anlegen, zum andren wegen der vielen Leckereien. Dazu zaehlen natuerlich mal wieder Muffins und Kaffee. Aber hier gab's noch was ganz besonderes: Bratwurst mit Sauerkraut! Ja, sowas gibt's hier. Ist dem verschuldet, dass es ne ausgewanderte Deutsche ist, die hier ne Fleischerei ihr eigen nennt und die deutsche Community hier mit heimatlichen Produkten verwoehnt. Muss zugeben, es ist schon komisch am andren Ende der Welt in seiner Muttersprache ne Bratwurst zu ordern und auf deutsch ein "Guten Appetit" hinterhergerufen zu bekommen. Diesen Genuss haben Sanni und ich uns jetzt dreimal gegoennt, bevor's nun heisst davon Abschied zu nehmen. Ansonsten sahen unsre Wochenenden hauptsaechlich Entspannung vor. Dashalb hat's uns auch zweimal an den Strand verschlagen. Einmal hier in Motueka und einmal 10km weiter in Kaiteriteri. Auf den dortigen Starnd traf mal wieder das Praedikat "wie aus dem katalog" zu. Kann man einfach nicht anders sagen! An einem Wochenende haben wir uns nach Nelson begeben um dort den geographischen Mittelpunkt Neuseelands aufzusuchen. Rein zufaellig liegt das "Center of New Zealand" natuerlich auf der Spitze eines Berges, von dem aus man ueber die ganze Stadt und die dahinter liegende Bucht blicken kann... Unsre groesste Wochenendaktion war unser Zweitagesausflug zur Golden Bay und zum Farewell Spit. Dazu hiess es gut 100km noerdlich fahren und im Van uebernachten. Das haben wir bei ordentlich Wind am Strand gemacht (zugegeben hinter der Duene, aber fast am Strand), wo wir am morgen von einer vorbeiziehenden Herde Schafe geweckt worden. Am Tag sind wir den Strand auf der Suche nach Seehunden hin- und hergetigert, aber blieben leider erfolglos. Dafuer wurden wir aber schon kurz darauf entschaedigt mit unserer Tour ueber den Farewell Spit. Das ganze ist eigentlich so etwas wie ne ueberdimensionale Sandduene, die ins Meer hinausragt. Das das natuerlich'n einzigartiges Naturreservat darstellt, kann man da nur mit gebuchter Tour hin, was wir uns dann auch gegoennt haben. Uns das hat sich merh als gelohnt. Nicht nur dass wir dort doch noch unsre Seehunde zu Geischt bekommen haben, nein, auch sonst gab;s jede Menge irrsinnig schoener Eindruecke:endlos langer Sandstrand, ueber 20km das Meer an seiner Seit waehrend man mit nem 4Wheel-Bus ueber den Strand fegt. Ein einsamer Leuchtturm am Ende, wo's dann leccker Kaffee und Kekse sowie Quiche gab. Auf dem Rueckweg sind wir noch auf die hoechste Duene geklettert und dann wieder gut 25m fast senkrecht in die Tiefe gerannt. Ganz nebenbei gab's von nem Superguide jede Menge Geschichten, Hintergruende und Maorimythen erzaehlt. Einfach rundum genial! Muss das gradmal so ganz grob zusammenfassen, da mir die Zeit wegrennt. Ist irgendwie schade, denn gerade zum farewell Spit gaebe's soviel zu sagen. Naja, der grobe Ueberblick muss euch diesmal reichen...

Jetzt geht nicht nur meine Zeit hier im Internetcafe zuende sondern auch die in Motueka allgemein. Werden von Montag bis Donnerstag durch den Abel Tasman Natipnal Park wandern uns bsteimmt wieder jede Menge schoenes sehen und erleben. Werd euch wieder davon wissen lassen WinkDanach gehts ab in den Sueden, die Westkuste entlang. Wohin genau's uns verschlaegt bleibt noch offen, aber ihr werdet's erfahren!!

Bis dahin, macht's gut und lasst mal von euch hoeren!

Liebe Gruesse,
eure Gaga

Ueber Mordor auf die Suedinsel...

GaGa, 19 Mar 2006 13:41

Halloeche ihr Eingeschneiten im winterlichen Deutschland...

Es ist mal wieder an der Zeit fuer mich euch auf den neuesten Stand unserer Reise zu bringen. Schliesslich ist schon wieder mehr als ein Monat Zeit ins Land gegangen, in der Sannio und ich schon wieder das ein oder andre erlebt haben. Muss erstmal allgemein feststellen, dass die Zeit immer schneller zu vergehen scheint, denn insgesamt ist es nun schon gut ein halbes Jahr, das ich hier bin. Was gleichzeitig auch heisst, dass schon mehr als die Haelfte der Zeit um ist. Man, man, man... wenn ich mir das so ueberlege ging das ziemlich fix. Besonders der letzte Monat scheint sehr schnell vergangen zu sein. Muss an den vielen Aepfeln liege. Bevor ich euch aber davon erzaehlen kann, muss ich noch so ein-zwei andere Geschichten nachholen, sodass alles rund um die Aepfel erst naechste Woche folgen wird. Will keinen von euch mit nem Monsterbericht ueberlasten. Ich weiss, ihr werdet jetzt bestimmt meinen, dass mich das bisher ja auch nicht gestoert hat WinkAber nach meinem letzten Bericht ist noch so einiges passiert, von dem es zuerst einmal zu berichten gilt...

Wo war ich das letzte Mal stehen geblieben?? Ach genau, ich war dabei darauf zu warten, dass wir endlich unser Auto wieder bekommen und uns aus Wellington heraus Richtung Norden bewegen koennen. Naja, wie auch nicht anders zu erwarten dauerte das ganze noch laenger als gedacht, sodass wir Delilah letztendlich erst am doch schon etwas spaeteren Freitag Nachmittag in Empfang nehmen konnten. Schon wie auf gluehenden Kohlen sitztend haben wir noch fix unser komplettes Hab und Gut gepackt und los konnte es gehen. Leider wurden wir sehr schnell vom Wellingtoner Feierabendverkehr ausgebremst! Anscheinend wollte halb Wellington am Freitag nachmmitag aus der Stadt heraus, sodass sich eine riesige Blechlawine auf dem Statehighway 1 nach Norden bewegte. Grosszuegigerweise ist der Highway kurz hinter Stadtausgang auch nur noch einspurig, was das ganze nicht grade beschleunigte. Nichtsdestotrotz machten Sanni und ich uns auf den gut 300km langen Weg Richtung Tongariro National Park. Herr-der-Ringe-Verteranen wissen, dass ich von keinem geringeren Platz als Mordor spreche. Eigentlich hatten wir ja den kuehnen Plan mehrere Tage durch besagten Park zu wandern. Aber dank unseres maechtig zusammengeschrumpften Zeitbudgets wurde daraus ja nun nichts. Kurzer Ueberblick ueber unseren noch verblieben Zeitplan: Start in Wellington am Freitag etwa 16.30 --> 300km bis National Park --> am Samstag der 17km lange Tongariro Crossing (vorgegeben sind etwa 7Stunden) --> auch am Samstag halbe Strecke Richtung Wellington zurueck und im Auto uebernachten --> Sonntag an der Westkueste an den Strand und dann zurueck nach Wellington --> Montag frueh um 8.45 mit der Faehre Richtung Suedinsel aufbrechen!
Zugegeben'n straffes Programm, aber wir hatten keine andre Wahl. Das Wetter im Tongariro National Park war so gut wie nur selten und es war unsre letzte Chance da hin zu kommen, denn wenn wir im Juli/August zurueck auf die Nordinsel kommen ist Winter, die Berge dort entsprechend verschneit und der Crossing ohne Apine Ausruestung wahrscheinlich kaum machbar. Es hiess also jetzt oder nie! Naja, nachdem wir den Stau hinter uns gelassen hatten ging's auch zuegig voran bis Wanganui, der letzten grossen menschlichen Ansammlung bevor's Richtung Central Plateau ging. Als wir dort waren, brach schon zo langsam aber unaufhaltsam die Nacht herein und vor uns lagen noch etwa 100km durchaus kurviger Wegstrecke. Sprich: es waren noch knapp 2Stunden Fahrt zu bewaeltigen. Noch fix gestaerkt und weiterging's. Schneller als gedacht wurde's dann auch dunkel... richtig dunkel! So'ne Dunkelheit haben Sanni und ich noch nie gesehen! Ich weiss nicht, ob ihr euch's vorstellen koennt, aber man konnte den Unterschied zwischen Himmel und Bergen nicht mehr erkennen. Alles war einfach nur noch schwarz. wenn man rausguckt, kam's einem so vor als waere man blind. Klingt etwas theatralisch, entspricht aber den blanken Tatsachen. Das einzige was die Dunkelheit durchdrnag, war unser Scheinwerfer (und der von den ein bis zwei Autos im Gegenverkehr) Um uns rum war's so schwarz, dass Sanni und ich beide meinten, dass wir die ganze Zeit im Wald gefahren waeren. Auf der Rueckfahrt am naechsten Tag bei entsprechend Tageslicht mussten wir aber feststellen, dass es groesstenteils freies Feld war! Eigentlich ist auf weiter Flur immer irgendwo ein Lichtlein zu sehen, aber da war nix! Ausser unsrem Zielort, den wir denn nach den besagten knapp zwei Stunden also gegen 22.15 auch erreicht haben. Zugegeben man musste aufpassen nicht vorbeizurauschen, denn National Park (der Ort) ist nicht mehr als die Ansammlung von etwa 5-10 Haeusern entlang des Highways. Waehrend der Fahrt (mit Sanni am Steuer) war's meine Aufgabe nen Plan zu schmieden, was unser weiteres Vorgehen abelangte. Zu den Fakten: der Tongariro Crossing ist halt ne 17km lange Wanderung quer durch den Tongariro National Park. Vorbei an Mt Tongariro und Mt Ngauruhoe (Mt Doom oder einfach nur SchicksalsbergWink) sowie durch diverse Krater an verschiedenen Seen vorbei. Wird bezeichnet als "eine der schoensten Ein-Tages-Wanderungen der Welt" << src="file:///C:/Users/Katja/AppData/Local/Temp/msohtml1/01/clip_image002.gif" alt="Wink" shapes="_x0000_i1028" width="15" border="0" height="15">Nee, im Ernst, es war wirklich total genial dort zu sein und ich glaub ich kan fuer uns beide sprechen wenn ich sage, dass wir jede einzelne Minute genossen haben! Nichtsdestotrotz wurde nicht gebummelt. Wie ich ja schon erwaehnt hatte, sind fuer die ganze Tour 7-8 Stunden vorgesehen. Als wir um 8 gestartet sind, wurde uns noch mitgeteilt dass um 3,4 und 5 Busse am Endpunkt warten um uns wieder einzusacken und nach Natiopnal Park zurueckbringen. Wir dachten, waer schon nicht schlecht den 3uhr zu kriegen. Aber wollten auch nicht hetzten. Hmm, kurz nach 2 fanden wir uns am Endpunkt wieder. Und wir sind echt nicht durchgerannt. Sind zwar auch nicht geschlichen, aber so schnell kamen wir uns nun auch nicht vor. Haben ja auch alles in uns aufgenommen, dutzende von Fotos geschossen, 3Pausen gemacht. Also keine Ahnung warum so viele Leute so viel laenger Zeit brauchen! Naja, so hatten wir jedenfalls noch gut eine Stunde Zeit die Fuesse hochzulegen,in der Sonne zo relaxen und das gesehene und erlebte Revue passieren zu lassen! Kurz nach 3 konnten wir dann den Bus besteigen, sodass wir weinger als eine Stunde spaeter frisch geduscht und umgezogen auf dem Weg zum Auto waren um Richtung Wanganui aufzubrechen. Das verzoegerte sich allerdings um gut ne Stunde, denn wir durften wiedermal feststellen, dass nicht nur die Welt ein Dorf ist sondern Neuseeland ganz besonders. Nirgends sonst ist der Spruch "man sieht sich" unter Garantie woertlicher gemeint als hier! Sanni war schon mehr oder weinger am Auto, ich holte noch die letzten Reste, als ich meinen Namen vernahm. Wer da sass war die Cori (vielleicht dem ein oder andren schonmal zu Ohren gekommen, ist mit Sanni zusammen geflogen). Naja und da galt es erstmal Erlebnisse und Geschichten auszutauschen. Mit etwas Verzoegerung machten wir uns also auf den Rueckweg, diesmal bei Tageslicht. Voller Staunen durften wir bewundern, durch welche Landhschaft wir in der vorangegangen Nacht gefahren sind. Wie man sich doch irren kann! Das mit dem Wald hatte ich ja schon erwaehnt... Fuer die Nacht haben wir's uns dann nach langer Zeit mal wieder in unsrem Van im Stadtpark von Wanganui bequem gemacht (der Stadt, in der uebrigens die Weltpremiere von "Riverqueen" war. Wurde auch alles in der Umgebung gedreht. Weiss gar nicht ob der Film in Deutsch auch so heisst und ob'er ueberhaupt in Deutschland im Kino kommt/kam...) Am naechsten Tag (Sonnntag), an dem das Wetter immer noch super sommerlich war, fuhren wir dann Richtung Wellington zurueck und wolten uns an nem schoenen Strand niederlassen. In Paraparaumu (schicker Name, oder?!) vor Kapiti Island hatten wir diesen dann auch gefunden. Die Sonne war so am bruzeln, dass ne Abkuehlung im Tasmanischen Meer Unumgaenglich war. Haben also nen richtig schoenen sommerlichen Strandtag verlebt. Das geht echt nur hier in Neuseeland finde ich, den einen Tag durch Oedland und ueber Vulkane wandern und keine 200km weiter am naechsten Tag am Sandstrand liegen und das Meer geniessen! Einfach nur toll! Ach so und nach am gleichen Abend zurueck ins Stadtleben nach Wellington. Gluecklicherweise hat Lisa ihr WG-Zimmer fuer uns zur Verfuegung gestellt, dass sie am selben tag selbst erst verlassen hatte. Also hatten wir noch ne kostenlose Uebernachtung in Wellington bevors am Montag Morgen Richtung Suedinsel ging. Das Wetter war nach wir vor einfach nur sensationell und bestaendig wie selten, sodass Fotowetter waherend der Ueberfahrt ueber die Cook-Strait garantiert schien. Nachdem Sanni und ich um kurz vor 8 den Interislander befahren hatten, schien sich das allerdings zu aendern. Tyoisches Wellington-Wetter mit fetten grauen Regenwolken zog auf, sodass sich unsre Stimmung schon truebte. Bei Ausfahrt aus der Wellington Harbour kam noch verdammt stuermischer Wind dazu (fuer Wellingtons verhaeltnisse wahrscheinlich nur ne leichte Brise),sodass das mit den Fotos wohl nix zu werden drohte. Einmal aus der Bucht raus, konnte man spueren warum die Cook-Strasse als eine der unruhigsten Seewege der Welt gilt. Obwohls ein ausgesprochen ruhiger Tag war mit Verhaeltnissen die besser nicht haetten sein koennen aus Sicht der Crew, war der Wellengang doch noch gut spuerbar. Aber kaum auf dem offenen Meer aenderte sich das Wetter wieder schlagartig und der wolkenverhangene Himmel gehoerte der Vergangenheit an. Stattdessen geb's wieder azurblau satt und Sonne pur. Suedinsel wir kommen!!! Und die Einfahrt in die Buchten der Suedinsel haette schoener nicht sein koennen. Auf dem Sonnendeck draengelten sich die Leute mit ihren Fotoapparaten um Bilder von der malerischen Landschaft zu machen. Tiefblaues Wasser, dahinter gruene bewaldete Huegel... in der ein oder andren Bucht ein einsamer Bootssteg mit Huette. Viele meinte es waere aehnlich den Fjorden in Norwegen oder Kanada (kann ich leider nicht aus persoenlicher Erfahrung bestaetigen, aber sah einfach nur toll aus). Die Suedinsel begruesste uns also von ihrer schoensten Seite als wir in Picton wieder an Land gingen. Von dort aus machten wir uns auf den Weg nach Motueka, wo das Apfelpackhaus auf uns wartete...
Aber von allem, was sich seitdem ereignet hat, werd ich euch naechste Woche berichten. Erstens damit ihr den Bericht hier erstmal sacken lassen koennt und eure Augen erstmal entspannen. Zweitens weil die Kosten hier im Internetcafe ziemlich schnell in die Hoehen schiessen. Und drittens weil ich inzwischen soviel Fotos gemacht habe, von denen ich euch das ein oder andre zeigen will, sodass ich die auf Raten ins Netz stellen muss. Kann ja leider nur 10 Steuck auf einmal zeigen (obwohl ich doch so viel mehr haette!!)
Naja, ich glaube, es ist schon wieder brtreachtlich viel geworden, was ich geschrieben habe, aber ist ja auch schon wieder so vieles passiert. Wie gesagt naechste Woche gibt's Apfelgeschichten satt!
Bis dahin lasst euch allen gut gehen, wenn's geht lasst auch mal wieder was von euch hoeren.
Alles Liebe und schoene Gruesse aus Motueka/NZ!
Eure Gaga